Klinische Toxikologie der Trizyklischen Antidepressiva. Moderne Antidepressiva verringern Suizidgefa

May 1st, 2008 | by admin |

Klinische Toxikologie der Trizyklischen Antidepressiva. Moderne Antidepressiva verringern Suizidgefahr.

Die TZA haben aufgrund alpha(1)-adrenerger, antihistaminerger und anticholinerger Nebenwirkungen unerwünschte Begleiteffekte, die moderne Antidepressiva, insbesondere SSRI, nicht haben. Darüber hinaus haben TZA relevante kardiotoxische Wirkung durch eine chinidinartige Blockade der schnellen Natrium-Kanäle in der Herzmuskelzelle. Das Toxidrom bei Uberdosierung mit TZA beinhaltet zerebrotoxische (inkl. Delir, Koma, Krampfanfall) und kardiotoxische Komplikationen (inkl. QTc-Verlängerung, Kammertachykardien). Die LD(50) der TZA im Tierversuch liegt bei 135 bis 750 mg/kg KG, womit sie laut EU-Direktiven als wenig bis mässig giftig einzuschätzen sind. Die therapeutische Breite (Letale Plasmakonzentration/therapeutische Plasmakonzentration) ist geringer als bei modernen Antidepressiva. Fallberichte und Fallserien zeigen eine höhere Koma-Rate unter TZA im Vergleich zu SSRI Vergiftungen. Mehrere Post-mortem-Studien haben gezeigt, dass unter Berücksichtigung der Verordnungsgepflogenheiten die TZA unverhältnismässig häufiger zu fatalen Intoxikationen führen als moderne Antidepressiva. Die Etablierung moderner Antidepressiva hat einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Suiziden durch Antidepressiva-Intoxikation geleistet.

Frey R, Kindler J, Naderi-Heiden A.

Klinische Abteilung für Biologische Psychiatrie, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Medizinische Universität Wien, AKH-Wien, Währinger Gürtel 18-20, A-1090 Wien.

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